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Poing - München - 10. Hyzernaut Summerchallenge 2010

Angenehme Temperaturen um die 20 Grad herrschten bei der zehnten Auflage des Hyzernauts Turniers vor den Toren Münchens.

Diese Temperatur wurde von Che persönlich bei geöffneter Kühlschranktür, beim Ergreifen eines eiskalten Tegernseers im Abstand von 50 cm zum Kühlgerät gemessen. Das Bier blieb kalt und eiskalt ging es auch um die Verteidigung des Hyzernauts Titels im zehnten Jahr zu. Ganz Österreich, einige Weilheimer und Münchner  wollten den Augsburger Titeljägern an den Kragen. Doch nach den ersten Runden auf dem technisch anspruchsvollen Parcours, der Jahr für Jahr wildesten Baumassnahmen ein wenig weichen muss, war der Grundstein für Che Miguel zur Verteidigung der blauen Krawatte und der Kirschentrophy gelegt.

Che Miguel startete furios mit 6 Birdies in Folge und lies sich auch von gefühlten 40° Grad nicht vom eingeschlagenen Kurs abbringen. Mit 4 Runden zu je 34 und einer 38 auf den 13 Bahnen konnte der Rückstand der Verfolger Wolfgang Pachler aus tria und Ted aus Augsburg nicht geringer werden. Der neugekürte Augsburger Putter King versuchte vielfach seine Günther-Tanner-GedächtnisRoller ins Ziel zu bringen, scheiterte jedoch mehrmals unglücklich an den dichten Hecken und langen Putts.

Disc Golf Amazone Jungle Chain, die sich fürs Turnier den Alias Namen Chakalaka, (nach einer südafrikanischen Soße) gab, versuchte dem Zweikampf in der Damen Klasse Würze zu geben. Fast gelang der Augsburgerin die Überraschung gegen die Dominatorin der Austro/Hungaro -Tour. Nur zwei Würfe trennten die Beiden vor dem Finale. Zugunsten der Herren überliessen die beiden Amazonen die Finalplätze und genossen die Temperaturen und zeigten sich zufrieden und erschöpft vom heissen Kampf gegen die Sonne.

Jonas L., getrennt lebend von der Familie für dieses Wochenende war mit seinem Ersatzvater Ted W. aus A. schon Freitags angereist. Spielerisch gelangen dem Einzelkämpfer in der Juniorenklasse einige spektakuläre Würfe und Birdies. Erfahrung gewonnen heisst der Leitspruch für diese 3 Tage unter fremder Leitung.

Auf jeden Fall war der zehnte Streich der sympathischen Münchener Hyzernauten wie immer ein Muss im Turnierkalender. So eine gute Laune, nette Menschen und den echten Disc Golf Spirit gibts gefühlt nur hier oder beim Jungle Rock in Augsburg und demnächst auch auf der Ehinger Wiese in Reutlingen.

Auf eine Ergebnisliste muss hyzernautenbedingt noch verzichtet werden. Mit einigen Würfen Vorsprung sicherte sich Che Miguel (hat jemand 20 gesagt?) den Kirschenbauch. (Jedes Birdie eine Gummikirsche) vor W. Pachler aus tria und Ted aus Augsburg, auf den Plätzen 4 teilten sich die Lokalmatadoren Philipe Kutschke und Tobi Fuchs die Ehre.

Die Bademöglichkeit in der Umgebung wurde ausgiebig genutzt. Danke an die Organisatoren für ein einzigartiges Turnier.

Das ist der erste Putter King:

Seine Majestät Taddäus I. von Oberhausen

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Disc Golf im Jahre 10 in Poing

“a Tegernseer hob i scho neiputtet”

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Der weisse Riese setzte sich mit aussergewöhnlichem Puttstil gegen die starke Konkurrenz durch und bekam die Krone aufgesetzt. So sehen Sieger aus.

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Hüne aus der Augsburger Bronx wird Putter King

09.06.2010 – von Ewald Tkocz.

Beinharter Wettkampf unter Freunden, Fortbildungsveranstaltung, öffentliche Disc Golf Demonstration, Spaß und Happening mit Familienanschluss, Freibier und Kuchen für Spieler und Gäste: so sehen Turniere der Augsburger Disc Golf-Guerilleros aus. Beim 1. Putter King“ testete Michael Kobella im herrlichen Park am Augsburger Siebentischwald die Putt-Qualität von 18 Teilnehmern, die bis aus Reutlingen und München angereist waren.

Die Anforderung beim so genannten „Putter King“: in sechseinhalb Stunden bei „mörderischer Hitze“ (Ralph Lehmann) mehr als 400 Putts auf sechs Körbe aus 90 verschiedenen Wurf-Positionen zwischen vier und zwölf Metern Entfernung. Turnierdirektor Michael Kobella: „Die Aufgabenstellungen waren sehr abwechslungsreich und es waren vielfältige Problemlösungen gefragt.“ Fazit: alle Probanden bestanden den Härtetest offenbar ohne größere Verschleißerscheinungen – sieht man einmal von am nächsten Tag aus Reutlingen gemeldeten Mikrotraumata im übermäßig beanspruchten Muskelgewebe (Muskelkater) ab. Ralph Lehmann ist sich bereits sicher: „Das Turnier wird definitiv wiederholt..

Taddäus I. von Oberhausen erster Putter König

Als erster Regent setzte sich, nicht ganz unerwartet, Taddäus Winkelbeiner auf den Thron und geht nun als „Taddäus I. von Oberhausen“ in dieGeschichtsbücher der Augsburger Disc Golf Guerilleros ein. Statt Szepter und goldener Scheibe erhielt der Sieger als Insignien ein Doppel Whopper Menü. Ersten, unveröffentlichten Turnier-Fotos zufolge, dürften Angebote an den „Hünen aus der Augsburger Bronx“ (Ted über Ted), für das Cover des Magazins „Playgirl“ oder das Szene-Blatt „Tattoo“ zu posieren, nicht mehr lange auf sich warten lassen... „Teds Art zu putten, ist außergewöhnlich“, beschrieb Michael Kobella den Putt-Stil seines Freundes, „er puttet nicht im klassischen Sinn. Er feuert die Scheiben in hohem Tempo nach vorne weg, hat seine Wurfbewegung in hohem Maße automatisiert. Nach der ersten Scheibe justiert er den Wurfarm nach und erzielt so Trefferquoten von 80 Prozent und mehr.“ Vize-König wurde Vize-Europameister Michael Kobella (Augsburg) vor Markus Plattek (Fischach), den Münchner „Hyzernauts“ Philipe Kutschke und Tobias Fuchs sowie Mike Boehm (Augsburg). Teds unglaubliche Quote nach den 300 Putts der ersten beiden Runden: 199 Treffer! Die Auswertung der mehr als 7 000 Putts wird vermutlich Wochen in einem indischen IT-Zentrum in Anspruch nehmen.

Klassische Putt-Positionen – 50 pro Korb
Noch einmal zurück zur technischen Versuchsanordnung. An jedem der sechs Körbe waren zehn Wurfpositionen festgelegt. Ralph Lehmann: „Klassische Positionen, Putts mussten hinter Bäumen oder Sträuchern, im
Kniestand oder unter herab hängenden Zweigen geworfen werden, ähnlich wie beim Advanced Approach & Putt Turnier in Söhnstetten.“ Jeder Spieler hatte von jeder Position aus fünf Würfe zu tätigen, also 50 Putts pro Korb. Nur die Treffer wurden gezählt. In der dritten Runde musste bei drei Versuchen auch noch der längst Re-Putt erfolgreich versenkt werden,ansonsten verfielen die an dieser Wurfposition erzielten Treffer. Gefordert: mentale Stärke, Konzentration und Durchhaltevermögen
Und worin bestanden die größten Herausforderungen dieses Turniers?
Ralph Lehmann: „Man musste seine größte mentale Stärke auspacken, um über mehr als sechs Stunden sein Level zu halten und Schwächephasen zu überwinden. Gerade bei den etwas längeren Wartezeiten in der dritten Runde, als wir in Sechser-Flights spielten, war es sehr schwierig, den Spannungsbogen zu halten.“ Doch neben Schwächephasen erlebten die Spieler auch „Schübe, in denen alles ging“ (Lehmann). Kopfprobleme beim Putten kennt Michael Kobella eher nicht. „Auch wenn ein Putt oder eine ganze Fünferserie daneben geht, darf bei Top-Spielern gar kein Zweifel aufkommen. Man muss lernen, einen misslungenen Putt sofort abzuhaken.“ Die Teilnehmer waren jedenfalls begeistert. „Das war eines der besten Turniere, an denen ich jemals teilnehmen durfte“, urteilte Ted Winkelbeiner, „ebenso bemerkenswert wie das Geschehen im Wettkampf war die Tatsache, dass sich viele Zuschauer, Angehörige der Spieler und
Schaulustige in dem herrlichen Park tummelten und somit eine geradezu familiäre Atmosphäre entstand, wie sie sonst nur bei der legendären Summer Challenge in Poing zu beobachten ist.“ Diese Atmosphäre, so der Augsburger, habe die Spieler zu „wahren Höchstleistungen beflügelt“.

Sein abschließenden Fazit: „Durchwegs glückliche Gesichter, traumhafte Location, bestes Wetter, ein tolles Teilnehmerfeld und hochklassiger Sport, besser kann man einen Sonntag nicht gestalten.“     

Ewald Tkocz - Geislingen

freunde beim disc golf
muratbausa

PUTTER KING 2010. Wo gibts denn so was?


18 Teilnehmer. So wenig???
6 Körbe. So wenig???
Längste Bahn ca. 16 Meter lang. So wenig???
10 Putt Positionen pro Korb. Langweilig!!!
Dem Sieger winkt ein Doppel Whopper Menü. Ihr spinnt wohl...

Weit gefehlt. Was anhand der Eckdaten wie ein Aprilscherz im Juni klingt, entpuppte sich als eins der besten Turniere, an dem ich jemals teilnehmen durfte.
Angefangen beim überragenden Wetter über das tolle Teilnehmerfeld bis hin zur großartigen Hilfe von Michi´s Eltern beim abschließenden Grillen kann man diesem Tag nur das Prädikat "herausragend" verleihen.
Der Spielmodus, der in einer geheimen Guerilla-Bastion in Wellenburg ausgetüftelt wurde, sah vor, dass an diesem Sonntag die Driver im Bag zu bleiben hatten und lediglich fünf Putter pro Spieler zum Einsatz kommen sollten. Gesucht wurde der beste Putter und am Ende des Tages wurde man tatsächlich fündig...
Jedoch weitaus bemerkenswerter als das Geschehen im Wettkampf war die Tatsache, dass sich viele Zuschauer, Angehörige der Spieler und Schaulustige in dem herrlichen Park am Siebentischwald tummelten und somit eine geradezu familiäre Atmosphäre entstand, wie sie sonst nur bei der legendären Summer Challenge in Poing zu beobachten ist.
Die Spieler, die aus Augsburg, München (3) und Reutlingen (6) angereist waren ließen sich von dieser Atmosphäre beflügeln und zeigten wahre Höchstleistungen auf den kurzen aber kniffligen Bahnen. Nach den ersten 150 Putts spielte sich der Lokalmatador Ted an die Spitze des Feldes, dicht gefolgt von Che, Plattl und den Münchnern Philipe und Fox. In der Pause gabs dann leckere Kuchen,k Snacks, Erfrischungen und Bierchen (geholt von Roncen "Charles Bronson"). Frisch gestärkt machten sich die Putter King Anwärter auf, um die nächsten 150 Putts einzulochen. Nach einer anfänglichen Schwächeperiode konnte sich der Hüne aus der Augsburger Bronx dank 1 2 3 Oberkörper frei Move an der Spitze behaupten und ließ der Konkurrenz bis zum Ende keine echte Chance mehr. Dank mentaler Stärke im richtigen Moment konnte Che Miguel den Angriff des Fischachers Markus "Puttl" Plattek parieren und erkämpfte sich den respektablen zweiten Platz. Knapp hinter Markus kamen Philipe, Fox und Mike Böhm ins Ziel und an den Grill.
Das nun folgende gemeinsame Grillen war an Gemütlichkeit und Freundschaftlichkeit kaum zu überbieten und schreit nach Wiederholung.
Durchwegs glückliche Gesichter, tolle Location, bestes Wetter und hochklassiger Sport, besser kann man einen Sonntag nicht gestalten.
Vielen Dank an Tanja und Che, die sich jede Menge Mühe gemacht haben, um den Teilnehmern was zu bieten, und das auch mehr als geschafft haben. Danke an alle Helfer, Kuchenbäcker und Grillmeister, ihr habt diesen Tag zu einem besonderen Tag gemacht.

Ergebnisse, Interviews und Nacktfotos gibts demnächst in der BILD, der GALA und auf der Guerilla Seite.

Das gabs noch nie!!!
Guerillas schreiben Discgolf-Geschichte!!!

Doch beginnen wir zuerst mit den Fakten.

Die 5. Ostpark Open zu Rüsselsheim sind gespielt und die Ausbeute der Augsburger Guerilleros könnte kaum besser sein.
El commandante che miguel deklassiert die Konkurrenz in der Masters Klasse und gewinnt mit 13 Würfen Vorsprung auf den Zweiten!!!(Das hätte den 2.Platz in der Open Divison ergeben.) Die Formkurve des dreifachen deutschen Meisters zeigt also steil nach oben und die Konkurrenz bei der EM kann sich schon mal warm anziehen, denn der Che glüht förmlich.
Das absolute Highlight des Wochenendes war jedoch, neben der großartigen Leistungen von Che und natürlich auch von Simon Lizotte, der die Open dominierte, das Abschneiden von unserer Tanja.
Durch konstantes Spiel auf sehr hohem Niveau konnte sie der mehrfachen deutschen Meisterin Christine Hellstern Paroli bieten und ging (nach zwischenzeitlicher Führung!!!) mit 4 Würfen Rückstand ins Finale.
Dort spielten beide auf höchstem Niveau und es sah 3 Bahnen vor Schluss nach einem Sieg für die sympatische Tierärztin aus Oberkirch aus.
Was dann geschah war an Spannung und Brisanz nicht zu überbieten. An der drittletzten Bahn spielte Tanja eine tolle Drei, während Christine die 5 nehmen musste. Nur noch 2 Würfe Vorsprung...
An der vorletzten Bahn (17) spielte Tanja eine überragende Drei, indem sie perfekt das schmale Fairway traf und auch den folgenden Approach traumwandlerisch sicher am Korb platzierte. Die sichtlich beeindruckte Christine konnte nur mit einem Wurf ins OB reagieren und spielte eine weitere Fünf. Gleichstand...
Die letzte Bahn musste die Entscheidung bringen.
Tanja gelang ein perfekter Drive, der ihr an der schweren Bahn die Chance zur 3 bescherte. Die sichtlich entnervte Christine hingegen warf ins Gemüse und hatte somit kaum eine Chance, die 3 zu spielen. Jetzt zeigte sich das taktische Geschick der Augsburgerin, die nicht die Nerven verlor und die drei zwingen wollte, sondern überlegt die 4 nahm und abwartete. Christine hatte Mühe, aus ihrer schwierigen Lage weiter zu spielen und hatte einen Putt zur vier, der noch etwa 5 Meter lang war, während Tanjas dritter Wurf am Pin lag. Die Sekunden der Entscheidung... Christine musste treffen, um sich ins Stechen zu retten. Ihr Putt sah gut aus, traf die Ketten jedoch etwas zu weit links und fiel zu Boden. Die Entscheidung war gefallen.
Mit der Winzigkeit von einem Wurf gewinnt Tanja ihr erstes großes Turnier und konnte auch noch Stunden später immer nicht fassen, welch großartige Leistung sie unter höchster Anspannung abgerufen hatte. Toll Tanja!!!
Somit gibt es zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Discgolf Sports die Situation, dass ein (Ehe)Paar während eines Turnier zwei Titel holt. Gratulation nach Wellenburg.

Die beiden anderen Augsburger Recken Jonas und Lemmy hatten ebenso ein Wahnsinns Wochenende, da sie im Doubles gemeinsam den 4. Platz erkämpften und nur EINEN Wurf hinter Platz zwei und nur zwei Würfe hinter dem siegreichen Team landeten. Lemmy zeigte überragende Drives und über Jonas´ Putts werden seine Enkel wohl noch Lieder singen. Aber Hallo Lehmann Brothers!!!
Auch im Einzel konnten beide überzeugen. Speziell die zweite Runde von Jonas war nahezu perfekt gespielt und brachte ihm eine Verbesserung von 22 !!! Würfen zur ersten Runde ein.
Lemmy musste zwischenzeitlich mit Leistungsschwankungen kämpfen, konnte aber auch tolle Würfe abrufen und somit ein aus Augsburger Sicht perfektes Wochenende abrunden.
Das entspannteste Wochenende hatte ohne Zweifel Ted, der sich als Caddy verdingte und abends partytechnisch ganz vorne war. Auch schön ;-)

Fazit: Rüsselsheim fest in Augsburger Hand. Wir kommen ganz sicher wieder.

-Ted- (Danke Ted für diesen herrlichen Bericht)

Allgäu Open  15. Mai

So sehen Sieger aus.

Abräumevent für Guerillas in fast allen Kategorien.

Markus Plattek “Plattl” gewinnt sein erstes Turnier vor Vize-Europameister Michael Stelzer. Mit unnachahmlichen und die Konkurrenz verblüffender “Jump-Putt”-Technik erputtet sich ab jetzt “Puttl” genannt, der Fischacher seinen ersten Sieg und steigt in die Garde der Unbezwingbaren auf. Wer soll ihn beim Putter-King besiegen?

Ralph Lehmann wird mit einem Wurf Rückstand zweiter Sieger in der Masters-Klasse.

Jonas Lehmann mit Dauerrivalen Max gleichauf. 3. Platz ist wie ein Gewinn.

Deutsche Meisterschaft in Dassel 2010

Discgolf Spitzensport auf internationalem Niveau

EWALD UND Sport1

6.5.2010 – Von Ewald Tkocz. Wer ein Fazit der Deutschen Disc Golf-Meisterschaft in Dassel ziehen will, fragt am besten einen weit gereisten, der Neutralität verpflichteten Schweizer. „Es würde mich nicht wundern, wenn in Dassel eine Disc Golf-Europameisterschaft ausgetragen werden würde“, sagte Francesco Puliafito, eine der „Lichtgestalten“ des europäischen Disc Golf am Montag nach dem Turnier. Und er fuhr fort: „Wo in Europa gibt es eine Anlage, die so vielen Spielern direkt am Kurs Platz bietet? Auch die beiden Kurse genügen den Ansprüchen eines EM-Kurses.“ Gefragt, was er an dem Turnier in Dassel besonders schätze, brauchte der 67jährige, der auf Disc Golf-Parcours in ganz Europa zu Hause ist, nicht lange nachzudenken: „Die Gastfreundschaft.“ Ein anderer Spieler, Martin Fohlert aus Ulm, sprach aus, was manch einer dachte: „Warum kann die Deutsche Meisterschaft nicht jedes Jahr in Dassel stattfinden?“ Doch das fantastische Organisations- und Helferteam aus Dassel würde derlei Ansinnen derzeit empört zurückweisen, erschöpft und erleichtert zugleich, dass sie dieses Turnier mit einer Rekordbeteiligung von 124 Spielern so großartig bewältigt haben. Doch vielleicht spüren sie aus diesen Worten heraus, wie sehr die Teilnehmer dieses Turnier genossen und die große Anstrengung der Organisatoren, der Meisterschaft einen würdigen Rahmen zu geben, anerkannten. Hinter vorgehaltener Hand versicherten zudem einige Spieler, sie kämen eigentlich nur wegen des guten Essens nach Dassel …
Ein Kurs, der die Spreu vom Weizen trennt

Auf diesem Kurs, „der wie kein anderer in Deutschland die Spreu vom Weizen trennt“ (Vize-Europameister Michael Stelzer), blieben Überraschungen weitgehend aus. Simon Lizotte verteidigte in der Open-Klasse seinen Titel ebenso wie Michael Kobella bei den Masters, Dominik Stampfer bei den Junioren und Bill Kelton bei den Legends. Doch mit Susann Fischer (Potsdam) bei den Damen, Andreas Wegener bei den Grandmasters und Ulrich Specht (Wolfenbüttel) bei den Senior Grandmasters gab es drei Spieler und Spielerinnen, die ihre Meisterschaftspremiere gleich vergoldeten. Susann Fischer, die erst seit drei Jahren Disc Golf spielt, erntete bei ihrem DM-Debut reichlich Komplimente. Ralph Lehmann: „Sie ist stilistisch große Klasse, es war ein Genuss, ihrem Spiel zuzusehen.“ Und Jürgen Taube ergänzte: „Als Ultimate-Spielerin bringt sie natürlich alle Voraussetzungen mit, die Wurftechniken beim Disc Golf rasch zu beherrschen.“ Grandmaster-Sieger Andreas Wegener aus Hamburg freut sich wiederum auf weitere Disc Golf-Turniere: „Nachdem ich jetzt Deutscher Meister geworden bin, habe ich gegenüber meiner Frau und Tochter bessere Argumente, am Wochenende einmal alleine wegzufahren …“

Für eine überaus positive Überraschungen sorgte auch Moritz Lang (Söhnstetten), der in der Open-Klasse den wurfgleichen Taddäus Winkelbeiner aus Augsburg im Stechen bezwang und sein erstes großes Finale erreichte. Mit konstanten Runden spielte sich Michael Voglmeyer in den Top-Flight der Masters und wurde verdient Vierter. Auch mit Maya Erdmanns drittem Platz bei den Damen war nicht unbedingt zu rechnen.

Also same procedure as every year? Der Eindruck trügt. Die Siege der Favoriten hingen am seidenen Faden. Beispiel gefällig? Lassen wir Christian Plaue zu Wort kommen: „In der vierten Runde lag ich nur noch einen Wurf hinter Simon, hatte nach acht Bahnen zwei Würfe aufgeholt.“ Doch dann kam Bahn 9, eine für Spieler seiner Klasse ziemlich unproblematische Bahn, nur 58 Meter lang, bergauf, der Korb von hohen Bauzäunen eingerahmt. „Mache ich doch da glatt eine Fünf“, schilderte der Grebensteiner nach dem Turnier, „und war danach so durcheinander, dass ich an der anschließenden Bahn mit der Doppel-Insel eine Acht gespielt habe.“ Statt als „leader of the pack“ in das Finale der besten fünf Open-Spieler einzuziehen, war er am Ende der vierten Runde „nur“ Vierter. Doch Christian Plaue war am Ende des Turniers „super zufrieden“, hatte er sich doch mit dem besten Finalergebnis (29) noch Platz drei in der Open-Klasse vor Robert Delisle senior (Berlin) erkämpft und an der Seite von Simon Lizotte auch noch den Doubles-Titel geholt, gleichauf mit Klaus Kattwinkel (Engelskirchen) und Bobby senior.

Simon Lizotte: Der Spieler mit den wenigsten Fehlern gewinnt das Turnier

Hat Simon Lizotte die Meisterschaft an den „Schlüsselbahnen“ der beiden Parcours gewonnen? Oder dadurch, dass er mehr ‘Birdies’ erzielte als seine Mitkonkurrenten? Beide Fragen lassen sich negativ beantworten. Bei den von mir ausgewählten „Schlüsselbahnen“ (die Bahnen 5, 6, 10 und 13 des gelben, sowie die Bahnen 1, 9, 13 und 14 des blauen Kurses) liegen Simon Lizotte und Kurt König gleichauf (62 Würfe). Lediglich Christian Plaue verliert hier fünf Würfe gegenüber den beiden Erstplatzierten. Auch die Anzahl der ‘Birdies’ ergibt keinen signifikanten Unterschied zwischen Simon und Kurt. Beide haben ein Ass geworfen. Kurt König hat sogar eine Zwei mehr (16) in seinem Scorebook stehen als Simon Lizotte und Christian Plaue (beide 15).

Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass der 17jährige Bremer sich offensichtlich weniger Fehler leistete als seine beiden hartnäckigsten Konkurrenten. Bei ihm stehen nur eine Sechs, sechsmal eine Fünf und sechsmal eine Vier zu Buche. Kurt König spielte zwar keine Sechs und auch nur viermal eine Fünf, doch an 17 Bahnen musste er eine Vier notieren. Ähnlich sieht die Bilanz bei Christian Plaue aus (eine Acht, eine Sechs, dreimal die Fünf, 16mal die Vier).

Die Konstanz in seinem Spiel ist eine weitere Qualität, die Simon Lizotte auszeichnet. Auf eine Vier oder Fünf folgte in keiner der vier Runden ein Bogey. Es gab bei seinem Auftritt in Dassel keinen Leistungseinbruch: Ein weiterer, entscheidender Vorteil neben der Länge seines Spiels, die ihm vor allem auf dem gelben Kurs zugute kam.

Krimi im Kopf und auf dem Parcours: Spannender Dreikampf bei den Masters

Nächstes Beispiel, wie spannend die Titelkämpfe verliefen, diesmal aus der Masters- Klasse. Für Michael Kobella schien nach zwei Runden, in denen er sich einen Vorsprung von neun Würfen erarbeitet hatte, der Titel nur noch Formsache zu sein. „Doch dann habe ich zu defensiv gespielt“, bekannte der Augsburger, „die Annäherungen gerieten zu kurz, die Putts zu lang.“ Der Zweitplatzierte George Braun attackierte in der dritten Runde und verkürzte mit einer tollen 52er-Runde den Abstand auf den Vize-Europameister (59) bis auf zwei Würfe. „Die letzte Runde war dann der reinste ‘Krimi im Kopf’, es war bis zuletzt spannend“, schilderte Kobella erleichtert nach der Finalrunde. Frank Buchholz hatte zwar, rechnet man die Runden zwei bis vier zusammen, den besten Score der drei deutschen Top-Spieler, doch lief der Hamburger dem Rückstand, der aus einer mäßigen ersten Runde resultierte, vergeblich hinterher.
Erfolgreiche Dasseler „Lokalmatadoren“

Die Dasseler Disc Golfer feierten zwei Podestplätze (Kurt König und Maya Erdmann) und etliche Spitzenplatzierungen. Kurt König war der erwartet schwere Gegner für Simon Lizotte und wurde mit acht Würfen Rückstand Zweiter in der Open-Klasse. Leo Seibel glänzte mit Platz zwölf. Ihm fehlten nur zwei Würfe zu einem Platz unter den besten Zehn. Yannick Stehrenberg hatte nach einer mäßigen Auftaktrunde keine Chance mehr, in den Kampf um die Spitzenplätze einzugreifen. Ansonsten spielte er auf dem Niveau der Top Ten-Spieler. Er wurde 14., verschenkte an der Inselbahn 13, die ja praktisch vor dem Stehrenbergschen Wohnzimmer liegt, mit einer Zehn eine Platzierung unter den besten zehn Spielern. Sven Noack, beim Vorjahresturnier im Finale, wurde 17., Stefan Sieburg 24., Björn Effenberger 39. Bei den Masters spielte sich André Klawonn in den zweiten Top-Flight und wurde Sechster. William Erdmann belegte bei den Grandmastern Platz sieben und zeigte sich vor allem mit seiner Schlussrunde (65) auf dem Waldkurs zufrieden.

Hier noch einmal die Ergebnisse der Guerillas on Tour:

Open:     6. Platz Ted Winkelbeiner    22. Platz Markus Plattek

Masters: 1. Platz Michael Kobella    10. Platz Ralph Lehmann

Women: 4. Platz Tanja Höll

Juniors:  9. Platz Jonas Lehmann

Guerillas zeigen Spitzensport und Breitensport

August 09

Fast vollständig angetreten ist die Guerilla-Crew  in Poing bei München auf dem Hyzernaut Summerchallenge.

Tanja und Sven Dörner, Ted “SexualiTed””, Plattel M, Peter “ Drop in Wood” G., die Lehmänner als “Discrocker und Discrapper”, Che Miguel, für den es keine Masters-Klasse gab und als Nachrückerin Tanja “Jungle-Chain”

Beim spassigsten Turnier des Jahres waren ausser den Weilheimern auch die gesamte Östererreichische Elite, die sich auf einer Vorbereitungstour zur ÖM befindet, angetreten.

Zunächst spielten auf dem äusserst schwierigen Parcours, mit vielen Buschbollwerken gesäumt, Günter Tanner und Ted “Guerilla” groß auf. Mit Fabelrunden waren sie zusammen mit Stefan Kessler, Tim Knapper und Otti durchgestartet. 6 und 5 Würfe unter Par waren auf dem Spielgelände in brütender Hitze schon eine Ansage und versprachen ein spannendes Duell an der Spitze. Nach jeder Runde gabs traditionell neue zugeloste Gruppen und so führte die Münchner Crew alle Starter im Feld zusammen.

Augustiner war auch anwesend und mit Strich gleich bezahlt. Respekt an Tim Knapper, Tobi und Familie Knapper für Bewirtung und Organisation, die seinesgleichen sucht.

“Charmantes Disc Golf wie es früher war”, kam einem gleich in den Sinn und die lustigen Ösis trugen ebenso dazu bei. Der Spirit of Disc Golf war wiederentdeckt und ein klasse Turnier nahm seinen Lauf.

Den Lauf hatte allerdings Günter bald verloren und setze seiner 30-er Runde eine 39 hinterher. So nach und nach zeigte der Parcours seine Zähne und zog sie denjenigen, die sich kleine Pausen in der Konzentration gönnten. Denn einmal im schier undurchdringbaren Grün gefangen, summierte sich der Score so langsam auf. Vielleicht lags an der Hitze oder einfach an den Tücken im Gelände, gepaart mit einem nicht zu unterschätzenden Sommerwind, der Favoriten straucheln lies und Tim mit 4 OB´s auf einer Bahn bedachte. Allerdings konnte dies noch von “Barbie” aus Ö. mit einer 19 und einer 16 auf der unterschätzten Bahn 10 getoppt werden.

Che Miguel langweilte währenddessen mit 3 Wurfgleichen Runden mit 3 Würfen unter Par die Scorezähler. Es schien der Zeitpunkt für “SexulaiTed” gekommen zu sein als es dunkel wurde und Ted als Gesamtführender mit 3 Würfen Vorsprung vor Che Miguel und 5 Würfen vor Otti aussichtsreich in Führung lag.

Der 2. Tag mit Temperaturen um den Siedepunkt verlangte dann den Helden der Scheibe noch einmal alles ab. Die Scores wurden noch mal kräftig durchgemischt und vor dem Finale wars dann richtig spannend. Heimlich still und leise spielte sich Che Miguel mit langweiligen Rundenergebnissen durch konstantes Spiel und feinen Putts in den Vordergrund. Führend mit 2 Würfen vor Günter (dem Wiedererstarkten), Ted (5 Würfe zurück), Otti und Tim (der seine 10 auf 10 verdaut hatte), sah vieles schon sehr endgültig aus. Allerdings wirbelten die 6 knackigen Finalbahnen noch mal richtig in den Scores und boten den Zuschauern ein echtes Finale. Che Miguel begann stark und lies stark nach. Die Verfolger liessen es dann Bahn für Bahn so richtig krachen und die Spannung trat in Konkurrenz zur stehenden Hitze und war zum Schneiden. Grosser Sport für tolle Teilnehmer wurde dort in Poing am Sonntag Nachmittag geboten. Tanner war wieder der “alte König des Puttens”, Ted und Tim spielten ihre kräftigen Arme mal so richtig aus.

Vor Ende der letzen Bahn lag dann Che Miguel mit 2 Würfen noch in Führung vor Günter, der sich mit Ted punktgleich zum Shootout am Abwurfbalken bereitmachte. Leicht abgeschlagen dahinter Otti aus Ö und Tim aus Berlin. Tim und Otti spielten gegen den Wind eine zu geringe Linkskurve auf der verlängerten Bahn 12 und landeten im riesigen OB. Günter spielte defensiv und landete zu nah an den Büschen, die den 2. Wurf so richtig behinderten. “SexualiTed”, der Hüne aus der Augsburger Bronx, verzog, vermutlich aus Respekt vor der riesigen “Todeszone” und lag suboptimal. Als letzter Werfer zog Che dann den letzten Trumpf, die “Fred” aus der Tasche und platzierte sie am optimalsten Punkt und Eingang in die Hyzernaut Camping-Chill-and-Grill Area. Der Sieg war praktisch gebucht und spannend wurde es dann um die Plätze. Günter konnte seine Lage nur zur 4 beenden und der Sexualteder spielte pippogleich über alle Bäume und lag am Korb. Wir alle hätten ihm den Sieg gegönnt, doch lies er noch einmal das Alter gewähren und gab sich als toller Gewinner des 2. Platzes.

Weilheim war gestern. Discgolfguerilla ist heute. Respekt für Günter und sein tolles Spiel. Sieger in der Kategorie Strichliste wurde mit Abstand Weilheim, dicht gefolgt von Ausländern, die sonst Gösser trinken. Danke Austria - wir lieben euch. Jonas “Juan” Lehmann, alias “Discrapper” spielte eine Runde nur 5 Würfe schlechter als der Günter T aus W  (Summer of 59).

Dank an die Hyzernauts, Familie Knapper und alle die für die tolle Stimmung auf diesem Turnierhighlight gesorgt haben.

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